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Zylinder richtig einfahren


Da die Meinungen zum richtigen Einfahren weit auseinander gehen und es anscheinend keine Ideallösung gibt schildere ich nun hier meine eigene Einschätzung rund ums Einfahren. Ich denke es ist ein angenehmer Mittelweg zwischen 800km Einfahrstrapazen und direktem Vollgas.

Einfahren eines Zylinders

1. Was passiert mit neuen Bauteilen?
2. Wie wirkt das Einfahren?
3. Muss man heute noch einfahren?
4. Wie macht man es am besten?

1. Was passiert mit neuen Bauteilen?
Wenn ein Motor neu ist oder neue Teile verbaut wurden, dann passen die Bauteile manchmal nicht ganz genau zusammen. Dies liegt an allgemeinen Toleranzen die in der Fertigung vorkommen und, wenn auch immer weiter reduziert, nicht komplett vermieden werden können. Bei einem Kolbenring und einem Zylinder können die Oberflächen und Radien, also der Gleichmäßige Umfang im Zylinder oder des Kolbenringes, minimale Ungleichmäßigkeiten besitzen, sodass die Reibung nicht wie gewollt über den kompletten Umfang sondern nur über wenige Punkte stattfindet.
Dies führt dazu, dass die Oberfläche über die zum Beispiel der Kolben seine Wärme an den Zylinder und somit die Kühlung abgeben kann verringert. Durch diese verringerte Oberfläche erhitzen sich die wenigen Reibpunkte stärker als sie es bei großflächiger Wärmekontaktfläche tun würden. Verstärkt wird dieser Prozess dadurch, dass sich diese Stellen im Gegensatz zum Rest des Bauteils stärker wärmebedingt ausdehnen was den Effekt der Ungleichmäßigkeit verstärkt.
Erhöhte Hitzeentwicklung und stärkere Reibung sind dann der Grund dafür, dass der Verschleiß an den Reibstellen stark zunehmen kann. Dies wiederum ist eine Ursache für einen späteren Kolbenklemmer oder Kolbenfresser da sich die Reibung und somit die Hitzeentwicklung immer weiter steigern bis der Motor einen Motorschaden erleidet.

2. Wie wirkt das Einfahren?
Das Einfahren dient dazu diese schon beschriebenen Ungleichmäßigkeiten zu beseitigen. Dies geschieht durch einen überschaubaren und schonenden Motorlauf, der die Ungleichmäßigkeiten an die anderen Bauteile anpasst. Ein etwas unrunder Kolbenring wird also an der einen Seite, bedingt durch seine eigene Reibung, etwas abgenutzt um dann besser an der Zylinderwand anliegen zu können. Funktionieren kann es aber nur, wenn dieser, (gewollte) Verschleiß nicht als Ursache für größere Schäden dienen kann. Es wird also versucht Extrembedingungen und somit verschleißhaftige Umstände zu vermeiden bis sich die Bauteile in der Form befinden in der sie sein sollen und in der sie auch am besten funktionieren.

3. Muss man heute noch einfahren?
Die Produktionsmethoden werden mit der Zeit immer genauer wodurch Toleranzen immer weiter gegen ein Minimum streben. Auch wenn eine Toleranz von 0 nicht real erreicht werden kann sind die Unterschiede und Ungleichmäßigkeiten schon so weit geschrumpft, dass ihre Auswirkungen weitaus weniger gefährlich sind als früher. Dennoch sind diese Ungleichmäßigkeiten vorhanden und sollten vor maximaler Belastung des Motors beseitigt werden. Auch andere Störquellen wie Fremdkörper vom Einbau oder kleine Grate an Bohrungen und Auslässen werden durch ein Einfahren verringert was dem Motor zu Gute kommt.
Die Einfahrphasen sind also heute wesentlich geringer als früher und selbst wenn man nicht einfährt, bedeutet das nicht, dass der Zylinder gleich kaputt geht wenn man Gas gibt. Dennoch ist es Ratsam dem Motor die Zeit zu geben sich so anzupassen, dass auch nachhaltig eine Funktion gewährleistet ist.

4. Wie macht man es am besten?
Die Methoden des Einfahrens werden Unterschiedlich geschildert. Dies liegt auch daran wer das Einfahren erklärt und welche Meinung er persönlich dazu hat. Jemand der die alte Technik kennt und auf "Einfahrrituale" schwört, der rät sicherlich etwas anderes als jemand der voll und ganz von der heutigen Technik überzeugt ist. Man bekommt also Meinungen von monströsen 800km Einfahrstrecken bis hin zum kompletten weglassen des Einfahrens. Nicht nur die Strecke der Einfahrphasen wird genannt, sondern auch das Fahrverhalten welches auch im späteren alltäglichen Gebrauch des Motors schonend sein sollte. Vorgaben wie das kilometerlange Fahren mit der Geschwindigkeit x sind genau so falsch wie eine bloße Beschränkung auf die Drehzahlen. Wenn man einfährt, dann kann man dies auch ohne ständig auf den Drehzahlmesser zu starren tun. Es geht vielmehr um das schonende Fahren welches dem Motor die Möglichkeit gibt sich selber anzupassen und seine Schwächen zu beseitigen.
Wie unter Punkt 2 schon beschrieben sollen Extremsituationen vermieden werden. Extremsituationen sind all die Situationen die den Motor im höheren Maße belasten wie zum Beispiel extrem hohe Drehzahlen, dauerhaft gleiche Drehzahlen, Vollbelastung bei kaltem Motor und auch Motorlauf ohne passende Abstimmung. Die Vergaserabstimmung ist für den Motor erheblich wichtiger als zum Beispiel die Einfahrzeit. Durch das Gemisch vom Vergaser wird die Verbrennung bestimmt und somit wieder Einfluss auf die im Zylinder herrschenden Temperaturen genommen. Eine falsche Vergaserabstimmung und die daraus entstehende höhere Verbrennungstemperatur ist also sehr schädlich und grade für neue Motoren in ihrer "Anpassphase" und die dadurch bestehende Verletzlichkeit, ein hohes Risiko.
Zum Thema Temperaturen passt auch die Motortemperatur bei der der Motor am besten arbeiten kann. Um eine Schmierung zu gewährleisten muss das Öl im Gemisch flüssig genug sein sich leicht auf den Bauteilen zu verteilen. Diese Viskosität sprich Flüssigkeit erreicht das Öl erst wenn es auf Betriebstemperatur ist. Vorher, also wenn der Motor noch kalt ist, kann es nicht die optimale Schmierung des Motors bewirken was dann wieder zur unter Punkt 1 beschriebenen, ungewollten Reibung führt. Auf der einen Seite will man also den Motor auf eine gewisse Temperatur bringen aber ihn dennoch nicht zu heiß werden lassen. Dies setzt eine funktionierende Kühlung sowie andere Komponenten voraus.
Wie schon zuvor beschrieben ist auch eine zu hohe Drehzahl eine Stresssituation für den Motor die in der Einlaufphase sowie in der Kaltphase vermieden werden sollte. Dennoch ist eine lange Zeit gleich bleibende oder zu niedrige Drehzahl auch nicht der richtige Weg, da so evtl. Zustände die der Motor braucht um sich selber anzupassen, nicht erreicht werden und somit der Einfahreffekt ausbleibt.
Es heißt also, die Drehzahlen so zu wählen, dass der Motor sich in allen Bereichen schonend bewegt bis er so angepasst ist, dass auch die volle Belastung zugelassen wird. Am einfachsten ist dies indem man ganz normal (!) fährt. Mit vielen Lastwechseln hat der Motor abwechslungsreiche Phasen in denen er sich selber anpassen kann und kann schon bald normal genutzt werden.

Zusammengefasst sollte man beim Einfahren also folgendes beachten:
  » optimales Gemisch durch richtige Vergaserabstimmung
  » ausreichende Temperatur (Betriebstemperatur)
  » ausreichend Schmierung
  » Extremsituationen vermeiden
  » ausreichend Lastwechsel vornehmen


Wenn man dies beachtet, dann ist das Einfahren überhaupt kein Problem und auch Fehler werden verringert. Das schwierigste auf technischer Seite wird die optimale Vergaserabstimmung sein. Auf menschlicher Seite das Zurückhalten in der Kaltphase und bei Vollgasfahrten (Stresssituationen) die am Anfang auf den ersten Kilometern vermieden werden sollten. Später kann man diese Vollgasphasen immer weiter steigern, da auch der Motor immer besser angepasst ist bis man später ohne Probleme fahren kann und sich sicher sein kann, dass der Motor das auch wegsteckt. Da man nicht wie von vielen gepredigt nur immer auf eine Drehzahl achten muss und genau x Kilometer bei Geschwindigkeit y fahren muss, gestaltet sich das gesamte Einfahren relativ entspannt und man hat überhaupt kein Problem damit die ersten ~200km ganz piano und Motorfreundlich zu fahren.
Im Alltag später gilt es nur noch in der Kaltphase aufzupassen und erst wenn der Motor seine Betriebstemperatur erreicht hat seine volle Leistung abzuverlangen. Wer dies beachtet, der wird lange Freude an seinem Motor haben.
Wenn man versteht was hier beschrieben wurde, dann erkennt man auch, dass eine halbe Stunde Standgas kein Einfahren sind. Wer seinen Motor gleich mit Vollgas betreibt und ihn somit sehr unter Stress setzt, der kann glück haben und ohne Probleme lange fahren oder er kann auch Pech haben und seinen Zylinder beschädigen. Auch wenn die heutige Technik das Einfahren immer unwichtiger macht, tut es dem Motor trotzdem sehr gut und er wird es durch Langlebigkeit und Ausdauer kundtun.
( Anleitung drucken )

by Daniel Huster




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